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  #41  
Alt 10.08.2009, 14:09
mbrII ist offline mbrII
NaviUser
 
Registriert seit: 20.02.2009
Ort: Wien
Beiträge: 838
Zitat:
Zitat von surveyer Beitrag anzeigen
...frag mich heute mal nach einer Telefonnummer eines Bekannten...
Dafür hat man doch ein backup auf'm PC...

Jaja, die "mein Kind soll's besser haben!" antiautorität erzogene, egomanisch-oberflächliche Freizeit-Konsumgesellschaft aus brand- und fashion-victims die jegliches Handwerk/Facharbeit (weche aber die ganze Zivilisation/Infrastruktur rundum aufgebaut und instand hält...) durchwegs als "...yuch! Prolos!..." ablehnt und dabei noch nicht mal standard Umgangsformen beherrscht...
Dazu eine desinformierende Politik welche "wir brauchen mehr Akademiker" labert...

Vielleicht sind ja Debatten wie diese hier bereits die ersten Anzeichen zur Trendwende?
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  #42  
Alt 11.08.2009, 03:47
Wanderreiter ist offline Wanderreiter
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Registriert seit: 15.12.2008
Beiträge: 514
Trendwende? - Schaun mer mal.

Vereinfacht ausgedrückt:
Bequemlichkeit ist die Triebfeder technischen Fortschritts. Erst waren es die körperlichen Anstrengungen die durch Maschinen reduziert wurden, jetzt sind es mehr und mehr die geistigen.

Auch ich beobachte, wie sich die dabei entstehenden Abhängigkeiten und Unfähigkeiten auf unterschiedlichste Weise in immer mehr Lebensbereiche ausdehnen. Das bei vielen dafür fehlende Bewußtsein finde ich genauso beängstigend, wie der daraus erwachsende Verlust der Selbstbestimmung. Die Abhängigkeit von den Maschinen und Maschinchen, sowie die damit einher gehende Abhängigkeit von der funktionierenden Energiezufuhr, die sie am Laufen hält, wird größer und größer. - - - Wie authark können wir eigentlich noch leben? - Manche suchen die Antwort beim Survival-Training ... - - - und wie sieht es im ganz normalen Alltag aus?

Mißachtung derer, die mit ihrem Schweiß für den Liegestuhl anderer sorgen, wird sich irgendwann rächen. ... Nur ein respektvolles Miteinander ermöglicht eine funktionierende Gesellschaft und nur das regelmäßige Training der Kulturtechniken wird sie uns und unserer Gesellschaft erhalten. ... ... ...

... So manche Handwerkskunst wird inzwischen in Freilichtmuseen gepflegt, um sie nicht völlig in Vergessenheit geraten zu lassen. ... Und in welchem Rahmen werden irgendwann die Techniken des Kartenlesens, des Kopfrechnens und und und ... demonstriert?


Komplett zurückdrehen läßt sich das Rad der Geschichte nicht und das macht auch nicht viel Sinn. Aber das Bewußtsein dafür bilden, wo Abhängigkeiten ent- oder bestehen, die sich mit ein wenig Engagement entschärfen lassen, das finde ich sehr wichtig.

Viele Grüße
Eli
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Forerunnerfreak
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  #43  
Alt 11.08.2009, 07:15
JLacky ist offline JLacky
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Registriert seit: 29.11.2008
Beiträge: 93
Zitat:
Auch ich beobachte, wie sich die dabei entstehenden Abhängigkeiten und Unfähigkeiten auf unterschiedlichste Weise in immer mehr Lebensbereiche ausdehnen.
Wenn ich irgendjemanden vor einem Taschenrechner sitzen sehe, mache ich immer den ultimativen Abhängigkeitstest, und stelle die Frage: "Rechne mal schnell aus, was sind 50% von 100".

Wenn er dann nach dem Taschenrechner greift, hat er verloren! :-)

Und es sind sehr viele Leute, die dann nach dem Gerät greifen, bedauerlicherweise!

Kaum einer weiss heute mehr wie man mit einem Rechenschieber eine Wurzelt zieht. Und einige werden jetzt, wenn sie das hier lesen, schnell bei Google nachsehen, was eigentlich ein Rechenschieber eigentlich ist, weil sie noch nie einen gesehen haben.

Das ist halt in allen Lebensbereichen so. Das Grundlagenwissen wird immer weiter zurückgedrängt, und muss modernen Gerätschaften weichen, wie manche Denkarbeit abnehmen. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, aber wehe dem Tag, an dem der Strom nicht mehr aus der Steckdose kommt.

Und wehe dem Tag, an dem die Akkus vom GPS-Gerät mitten im Wald leer sind, und der Screen dunkel bleibt. Dann werden sich viele Fragen: " Wo bin ich eigentlich, Woher komme ich eigentlich, Wo will ich eigentlich hin, WIE KOMME ICH AUS DEM VERFLUCHTEN WALD WIEDER RAUS" :-)

mfg
JLacky
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  #44  
Alt 11.08.2009, 07:42
norbert_gs ist offline norbert_gs
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Registriert seit: 25.12.2008
Beiträge: 682
Zitat:
Zitat von JLacky Beitrag anzeigen
Wenn ich irgendjemanden vor einem Taschenrechner sitzen sehe, mache ich immer den ultimativen Abhängigkeitstest, und stelle die Frage: "Rechne mal schnell aus, was sind 50% von 100".
Da stehe ich in einem Laden kaufe etwas für exakt 12 Euro und auf Grund einer Sonderaktion gibt es auf alle Artikel 10%.

Fangfrage: War eine deutsche Kassiererin in der Lage, das ohne Tascherechner in den Griff zu bekommen?

Warum muss das Grundlagenwissen weichen? Was tritt an seine Stelle? Fragmentsprache, Unwissen und Respektlosigkeit?


Die Ursachenforschung ist recht komplex. Das fängt bei der 68er-Generation mit ihrer Herabwürdigung des "Proletentum" an. Dabei vergaßen sie allerdings, dass es Proleten sind, die Häuser bauen, Autos zusammenschrauben oder Wasserrohre verlegen. Nur mit Denkern und Philosophen geht es nicht. Simpelste Mathematik wurde durch Mengenlehre ersetzt. "Wir können doch ein wenig mit Schule experimentieren." Ganz offensichtlich hat man es bis heute nicht registriert, dass wir dabei mit unserer Zukunft experimentieren.

Ich rede nicht von Modernisierung der Unterrichtsinhalte, ich rede von Experimenten mit den Grundprinzipien. Und Experimente können nach hinten los gehen.

Und was bei den 68ern mit ihren abgehobenen Idealen begann, endet im völlig aus den Fugen geratenen Sozialstaat. Denn wo sitzen diese 68er heute? An den Schalthebeln! Da ist doch was faul, wenn ein gut ausgebildeter Handwerker unterm Strich nicht mehr oder sogar weniger hat, als ein HartzIV-Emfänger. Es wird durch die Erwachsenen vorgelebt, dass man ohne Wissen, ohne Beruf, ohne Ausbildung prima durchs Leben kommt. Was sollen sich da die Kinder anstrengen. Weiter oben wurde das Beispiel einer Schule gebracht, die ihre Schüler auf HartzIV vorbereitet.

Während die Industrie klagt, dass es nicht mehr genügend ausbildungsfähigen Nachwuchs (auch bei den "Proletenberufen") gibt, bereitet eine Schule auf HartzIV vor.

Muss man das verstehen?
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norbert
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  #45  
Alt 11.08.2009, 11:09
Hurrikan ist offline Hurrikan
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Registriert seit: 23.01.2009
Beiträge: 17
Zitat:
Zitat von JLacky Beitrag anzeigen
Wenn ich irgendjemanden vor einem Taschenrechner sitzen sehe, mache ich immer den ultimativen Abhängigkeitstest, und stelle die Frage: "Rechne mal schnell aus, was sind 50% von 100".
40 von 100 Leuten können sowieso nicht Prozentrechnen, das sind ungefähr 35%
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  #46  
Alt 11.08.2009, 11:09
Wanderreiter ist offline Wanderreiter
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Registriert seit: 15.12.2008
Beiträge: 514
Zurück zur Ausgangsfrage: "Wer kann heute noch mit einer Karte umgehen..."
Wer ... noch ....Diese Wortwahl veranlaßte uns hier zur Beschreibung eines allgemeinen Trends zu geistiger Bequemlichkeit. In manchen Beispielen lauert die Gefahr oberflächlicher Pauschalisierung. Doch das will ich hier nicht weiter thematisieren.

Interessant finde ich folgendes:
Nicht jedes neue Gerät, das ein (ver-)al(te)tes Hilfsmittel ersetzt, provoziert zwangsläufig geistige Trägheit. Auch das GPS-Gerät tut dies meines Erachtens nicht zwangsläufig. Und es führt auch nicht zwangsläufig zum Verlernen der Fähigkeit, Karten zu lesen und sich damit zu orientieren. Aber es verändert den Umgang mit Karten. Das ist ganz sicher.
Es gab schon immer Menschen, die sich lieber von einem Führer über fremde Wege leiten ließen, anstatt selbst auf Wegweiser zu achten, eine Karte zu lesen und vielleicht auch noch Kompass und Kartenlineal zu bemühen. Solche Menschen neigen unter Umständen eher dazu, ein GPS-Gerät "nur" als Führer von A nach B zu nutzen. Aber auch in GPS-Geräten gibt es (die unterschiedlichsten) Karten und wer schon früher Spaß daran hatte, sich mit Karten Touren auszuklügeln, wird dies auch bei der Vorbereitung eines GPS-Tracks tun. Die Arbeit an und mit der digitalen Karte erfordert zwar veränderte Arbeitstechniken, doch die Grundlage ist und bleibt die Fähigkeit, eine Karte lesen und mit der Umgebung in Bezug setzen zu können. So, wie es schon früher viele Leute gab, die sich dafür nicht interessierten und es deshalb nur mäßig oder gar nicht konnten, so wird es heutzutage auch immer wieder junge Leute geben, die sich entgegen des hier beschriebenen Trends für das Kartenlesen interessieren und unter Einbeziehung der neuen technischen Möglichkeiten gekonnt einsetzen. Mein Fazit: Jede Zeit und jede Generation hatte/hat ihre Dummen, Doofen und Faulen. Sie hat aber auch ihre motivierten, klugen Köpfe und von denen können sicherlich auch viele mit Karten umgehen.

Gruß
Eli
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Forerunnerfreak
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  #47  
Alt 11.08.2009, 16:56
mbrII ist offline mbrII
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Registriert seit: 20.02.2009
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Zitat:
Zitat von Wanderreiter Beitrag anzeigen
... So manche Handwerkskunst wird inzwischen in Freilichtmuseen gepflegt, um sie nicht völlig in Vergessenheit geraten zu lassen. ... Und in welchem Rahmen werden irgendwann die Techniken des Kartenlesens, des Kopfrechnens und und und ... demonstriert?
...aber irgendwie neben Bequemlichkeit ja auch ein Fehler in der Gesellschaftspolitik...
Leider geht's ja nicht mal nur um Grundrechnungsarten o.Ä., es happert ja schon bei einfachem Allgemeinwissen und common sense...

Zitat:
Zitat von JLacky Beitrag anzeigen
Dann werden sich viele Fragen: " Wo bin ich eigentlich, Woher komme ich eigentlich, Wo will ich eigentlich hin, WIE KOMME ICH AUS DEM VERFLUCHTEN WALD WIEDER RAUS" :-)
Siehe Allgemeinwissen -> und da fängts aber schon weit vor der etwaigen Fähigkeit zur Entzifferung von Karten an: natürliche Navigation ??!
In unbekannter Gegend (ja selbst einer shopping mall) sollte man normal doch seine Bewegungen immer automatisch geistig "mitplotten"...
Aber wieviele finden da noch nicht mal den Weg zum geparkten Auto zurück... oder in fremden Firmen- oder Hotelkomplex den Weg zum Ausgang...
Kinder wissen kaum noch den Schulweg, weil immer mit Auto gebracht/geholt... und vor lauter "Schulexperimenten" werden ihnen kaum noch elementare Grundlagen beigebracht (dieses wäre zwar Aufgabe der Eltern, aber da man heute Kids nur einfach "hat" wie nen Fernseher oder Einbauküche, wird diese Verantwortung lieber bequem an Kindergarten, Schule/n, Gesellschaft & Politik outsourced...)

Siehe auch die Debatten bt. "consumer Navis" oder "Motorradrouten zum Download"...
Statt individuellem Handwerk der Tourplanung, ergibt man sich aus Konsumsucht/Bequemlichkeit lieber den Alogarythmen der Maschine und Vorgekautem und der damit einhergehenden Kanalisierung der Verkehrsweges... und damit stehen sich erst wieder alle erfolgreich auf den gleichen Strecken im Weg um...
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regards, M. Brunner
MS 6.16.3, Toshi NB510-108, Win7pro
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  #48  
Alt 11.08.2009, 19:05
norbert_gs ist offline norbert_gs
NaviUser
 
Registriert seit: 25.12.2008
Beiträge: 682
Schaut mal in den Anhang. Wenn's nicht so traurig wär'....


Natürlich gab es solche geistigen Ausfälle immer, gar keine Frage. Aber diese Ausfälle werden immer mehr. Oben hatte ich es ja schon angedeutet, meine Frau ist in einer Berufsschule. Die konnte darüber nicht lachen, sie kennt das aus dem wahren Leben.

...und da kommt ihr mit Kompass und Karte.
Angehängte Grafiken
Dateityp: pdf IHK-Azubi.pdf (42,8 KB, 114x aufgerufen)
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norbert
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  #49  
Alt 12.08.2009, 07:06
bigbiker ist offline bigbiker
Lexikon Autorenteam
 
Registriert seit: 25.11.2008
Beiträge: 1.452
Hallo Norbert,

ich möchte nicht die Ergebnisse auf diese Fragen sehen, wenn dort ein Hauptschüler mit "Migrationshintergrund" sitzt.

Gruß Jürgen
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  #50  
Alt 12.08.2009, 09:32
blackwilli ist offline blackwilli
Moderator
 
Registriert seit: 20.11.2008
Ort: Salzgitter, Germany
Beiträge: 3.733
Moin,

mal wieder kurz von der gesellschaftstiefenpsychologischen Diskussion zurück zum Ausgangsthema.
Es hat schon einiges mit Bequemlichkeit zu tun und die Folgen haben mich aktuell selbst etwas erschreckt.

Mit Karten habe ich persönlich gar keine Probleme und kann mir eine auch sehr lange Anfahrt in Großstädten gut einprägen und recht fehlerfrei aus dem Gedächtnis abfahren. Nun bin ich in den letzten Monaten regelmäßig in Leipzig und habe mich aus Bequemlichkeit (und Zeitgründen) immer vom Navi führen lassen, da das Ziel in einer straßentechnisch recht verkorksten Ecke des Zentrums liegt.
Nachdem ich nun ein paar mal dort war, stellte ich fest, dass ich immer noch vor großen Kreuzungen aufs Navi schauen muss. Auch konnte ich die Strecke nicht sofort fehlerfrei auf der Karte nachvollziehen. Früher konnte ich eine Strecke spätestens nach dem 2. Mal auswendig. Das gab mir schon zu denken, dass man sich mit dieser Bequemlichkeit sein Ortsgedächtnis selbst degeneriert.

Gestern war ich wieder in Leipzig und habe mit Absicht mein Navi ausgeschaltet und mein Gedächtnis gefordert, sich doch mal etwas anzustrengen, sich an die Örtlichkeiten zu erinnern. Einmal wollte ich (fast) falsch abbiegen, habe es dann aber doch noch geschafft. Der Rückweg ging dann schon ganz gut.

In Zukunft werde ich das Navi zu Hause lassen, wenn ich nach Leipzig fahre. Sonst lerne ich die Straßenführungen wohl nie richtig kennen.
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